Archive for ‘Kirche und Politik’

23. Februar 2017

Reformationsjubiläum

In der Kanalregion gibt es eine Vortragsreihe zum Reformationsjubiläum. Jeweils in den Gemeindehäusern sind folgende Vorträge zu hören:

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21. Dezember 2016

Anschläge und Weihnachtszeit

Gestern und heute habe ich ganz viele Gespräche geführt. Tenor: Anschläge und Weihnachtszeit, wie soll ich das zusammen bekommen. Worauf kann ich mich noch freuen?

Wir fühlen uns verletzlich! Das sind wir immer, doch gerade in der Weihnachtszeit feiern wir doch, dass aus dem verletzlichen Kind der Heiland der Welt wird.

Wir fühlen uns mit unserem Weltbild herausgefordert und sind es doch nicht. Die Grenzen von Gut und Böse verschieben sich durch diesen Anschlag nicht und auch unsere christliche Moral steht nicht neu zur Diskussion und auch nicht die grundlegende Wahrheit, dass Menschen in Not geholfen werden muss. Auch Religionen als Solche ist nicht in Frage gestellt und auch nicht der Islam im Speziellen, den offenbar hat keiner der Attentäter es geschafft auch nur die 1. Sure im Koran zu lesen, die jeder Christ auch beten könnte (Sure 1: Im Namen des barmherzigen und gnädigen Gottes. Lob sei Gott, dem Herrn der Welten, dem Barmherzigen und Gnädigen, der am Tag des Gerichts regiert! Dir dienen wir, und Dich bitten wir um Hilfe. Führe uns den geraden Weg, den Weg derer, denen Du Gnade erwiesen hast, nicht (den Weg) derer, die dem Zorn verfallen sind und irregehen!).

Irre geht, wer nicht Gottes Weg der Barmherzigkeit und Gnade folgt. Daran misst sich das religiöse Weltbild und zurecht hat unsere Kirche immer wieder reumütig drauf hingewiesen, wo sie und ihre Gläubigen dieser Weg in der Vergangenheit verlassen haben.

Ich habe mich heute an eine Weihnachtsgeschichte von Walter Baudet erinnert: Zwiegespräch an der Krippe. Sie erzählt von einem kleinen Jungen, der mit leeren Händen vor einer handeschnitzten Krippe steht und als in seiner Fantsie die Krippe ganz lebendig wird, bemerkt er seine leeren Hände und wird ganz traurig. So verspricht er schnell dem Christkind das Schönste zu schenken, was er besitzt. Da antwortet das Christkind: Ich möchte lieber Deinen letzten Aufsatz, Deinen Milchbecher und die Antwort an Deine Mutter, warum der kaputt gegangen ist. Da fängt das Kind an zu weinen und stammelt: Der Aufsatz war ungenügend, den Becher habe ich in Wut zerschlagen und meiner Mutter habe ich gesagt, er ist aus Versehen zerbrochen. Da antwortet das Christkind: Genau deshalb möchte ich sie haben, weil ich in die Welt gekommen bin, um Dir abzunehmen, was ungenügend ist, Deine Wut, was böse ist und gemein und ich möchte Dir verzeihen, um Dich an die Hand zu nehmen und den Weg zu zeigen. Und da trockneten dem Kind die Tränen und das Chistkind lächelte.

Jesus Christus ist auf die Welt gekommen, um allen den Weg der Gnade und Barmherzigkeit zu zeigen, wir sagen meist den Weg der Liebe. Christus kam in diese Welt um Vergebung zu schenken, wo es Not tut, und Tränen zu trocknen, wo wir sie nicht halten können. Das ist Weihnachten.

Mit der reflexartigen Forderung von Abschiebung, militärischer Polizeiausrüstung, Barrikaden und anderen Konsequenzen, die offenbar nur auf das nächste Unglück gewartet haben, um effekthascherisch gesagt zu sein, rücken wir weit weg von Weihnachten. Damit verschieben wir die Grenze unserer Moral und das ist bedenklich, weil wir uns zum Schlechteren hin verändern.

Weihnachten heißt ja nicht „heile Welt“. Eine heile Welt hätte keinen Retter, kein Christkind nötig gehabt, sondern einen König in schmuckem Gewandt. Gott aber hat seinen Sohn in eine Welt voll Gewalt und Angst und Krieg gesandt. Und Jesus hat uns aufgefordert unser Leben zu ändern, unser Denken zu überdenken und das ist ihm zum Verhängnis geworden.

Wer den Sinn der Weihnachten verstanden hat, feiert nicht den Frieden der ist, sondern den Frieden, der sein sollte, eben den Frieden, der höher ist als all unsere Vernunft, den Frieden Gottes.

Und deshlab spricht jeder Pastor, wenn er von der Kanzel geht: Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn. (Philliper 4, 7)

Ein friedvolles Weihnachtsfest wünscht

Pastor Zimmermann-Stock

7. Februar 2012

Unsere Ölversorgung militärisch sichern, darf ich das als Christ?

Die Friedensdenkschrift der Ev.Kirche in Deutschland und die Verteidigungspolitischen Richtlinien Deutschlands
ins Gespräch gebracht und auf aktuelle Entwicklungen konkretisiert.


Hochkarätige Experten der Führungsakademie der Bundeswehr in der Diskussion mit dem Publikum Mittwoch, 08.Februar 2012 – 19.30 Uhr – Christophorushaus Rendsburg

Für eine Diskussionsveranstaltung des Zentrums für Kirchliche Dienste zu diesem Thema am Mittwoch,
8. Februar
, konnten hochrangige Referenten gewonnen werden:
Oberst im Generalstabsdienst Hannes Wendroth, Fachbereichsleiter Militärische Führung und Organisation
an der Führungsakademie der Bundeswehr, und
Professor Dr. Volker Stümke, evangelischer Theologe und Dozent für Sozialethik an der Führungsakademie
der Bundeswehr.

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25. Februar 2010

Bischöfin Margot Käßmann ist zurück getreten

Am gestrigen Tag trat die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland und Bischöfin der Hannoverschen Landeskirche zurück.  Sie erklärte ihren Rücktritt so:

Am vergangenen Samstagabend habe ich einen schweren Fehler gemacht, den ich zutiefst bereue. Aber auch wenn ich ihn bereue, und mir alle Vorwürfe, die in dieser Situation berechtigterweise zu machen sind, immer wieder selbst gemacht habe, kann und will ich nicht darüber hinweg sehen, dass das Amt und meine Autorität als Landesbischöfin sowie als Ratsvorsitzende beschädigt sind. Die Freiheit, ethische und politische Herausforderungen zu benennen und zu beurteilen, hätte ich in Zukunft nicht mehr so wie ich sie hatte. Die harsche Kritik etwa an einem Predigtzitat wie „Nichts ist gut in Afghanistan“ ist nur durchzuhalten, wenn persönliche Überzeugungskraft uneingeschränkt anerkannt wird.

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25. Mai 2009

Köhler und das Zeugnis Christi

Der Predigttext des vergangenen Sonntags Exaudi (Höre!) hat ein großes Thema, die Zeugenschaft.

Köhler auf dem ev. Kirchentag (c) Bundespräsidialamt

Köhler auf dem ev. Kirchentag (c) Bundespräsidialamt

Der Geist der Wahrheit gibt Zeugnis für uns ab in dieser Welt. Und dies haben wir Christen mit dem Heiligen Geist gemeinsam (Joh, 15, 26): Auch wir sollen Zeugen sein! Und auch ihr seid meine Zeugen!, sagt Jesus zu seinen Jüngern und meint damit auch uns, die wir in seiner Nachfolge stehen.

Kirchenmitglieder und auch Kirchenferne nehmen sich nichts dabei, wenn es darum geht Antworten zu geben, wovon Christen zeugen sollen. Friedensaktivisten, Umweltschützer und Globalisierungs- und Atomkraftgegner oder staatstragende Bürger, all das sollen Christen sein. Mag es auch richtig sein, im Predigttext lesen wir aber davon nichts. Wir sollen Zeugen Jesu Leben und seiner Worte sein, das können wir dort lesen.

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