Anschläge und Weihnachtszeit


Gestern und heute habe ich ganz viele Gespräche geführt. Tenor: Anschläge und Weihnachtszeit, wie soll ich das zusammen bekommen. Worauf kann ich mich noch freuen?

Wir fühlen uns verletzlich! Das sind wir immer, doch gerade in der Weihnachtszeit feiern wir doch, dass aus dem verletzlichen Kind der Heiland der Welt wird.

Wir fühlen uns mit unserem Weltbild herausgefordert und sind es doch nicht. Die Grenzen von Gut und Böse verschieben sich durch diesen Anschlag nicht und auch unsere christliche Moral steht nicht neu zur Diskussion und auch nicht die grundlegende Wahrheit, dass Menschen in Not geholfen werden muss. Auch Religionen als Solche ist nicht in Frage gestellt und auch nicht der Islam im Speziellen, den offenbar hat keiner der Attentäter es geschafft auch nur die 1. Sure im Koran zu lesen, die jeder Christ auch beten könnte (Sure 1: Im Namen des barmherzigen und gnädigen Gottes. Lob sei Gott, dem Herrn der Welten, dem Barmherzigen und Gnädigen, der am Tag des Gerichts regiert! Dir dienen wir, und Dich bitten wir um Hilfe. Führe uns den geraden Weg, den Weg derer, denen Du Gnade erwiesen hast, nicht (den Weg) derer, die dem Zorn verfallen sind und irregehen!).

Irre geht, wer nicht Gottes Weg der Barmherzigkeit und Gnade folgt. Daran misst sich das religiöse Weltbild und zurecht hat unsere Kirche immer wieder reumütig drauf hingewiesen, wo sie und ihre Gläubigen dieser Weg in der Vergangenheit verlassen haben.

Ich habe mich heute an eine Weihnachtsgeschichte von Walter Baudet erinnert: Zwiegespräch an der Krippe. Sie erzählt von einem kleinen Jungen, der mit leeren Händen vor einer handeschnitzten Krippe steht und als in seiner Fantsie die Krippe ganz lebendig wird, bemerkt er seine leeren Hände und wird ganz traurig. So verspricht er schnell dem Christkind das Schönste zu schenken, was er besitzt. Da antwortet das Christkind: Ich möchte lieber Deinen letzten Aufsatz, Deinen Milchbecher und die Antwort an Deine Mutter, warum der kaputt gegangen ist. Da fängt das Kind an zu weinen und stammelt: Der Aufsatz war ungenügend, den Becher habe ich in Wut zerschlagen und meiner Mutter habe ich gesagt, er ist aus Versehen zerbrochen. Da antwortet das Christkind: Genau deshalb möchte ich sie haben, weil ich in die Welt gekommen bin, um Dir abzunehmen, was ungenügend ist, Deine Wut, was böse ist und gemein und ich möchte Dir verzeihen, um Dich an die Hand zu nehmen und den Weg zu zeigen. Und da trockneten dem Kind die Tränen und das Chistkind lächelte.

Jesus Christus ist auf die Welt gekommen, um allen den Weg der Gnade und Barmherzigkeit zu zeigen, wir sagen meist den Weg der Liebe. Christus kam in diese Welt um Vergebung zu schenken, wo es Not tut, und Tränen zu trocknen, wo wir sie nicht halten können. Das ist Weihnachten.

Mit der reflexartigen Forderung von Abschiebung, militärischer Polizeiausrüstung, Barrikaden und anderen Konsequenzen, die offenbar nur auf das nächste Unglück gewartet haben, um effekthascherisch gesagt zu sein, rücken wir weit weg von Weihnachten. Damit verschieben wir die Grenze unserer Moral und das ist bedenklich, weil wir uns zum Schlechteren hin verändern.

Weihnachten heißt ja nicht „heile Welt“. Eine heile Welt hätte keinen Retter, kein Christkind nötig gehabt, sondern einen König in schmuckem Gewandt. Gott aber hat seinen Sohn in eine Welt voll Gewalt und Angst und Krieg gesandt. Und Jesus hat uns aufgefordert unser Leben zu ändern, unser Denken zu überdenken und das ist ihm zum Verhängnis geworden.

Wer den Sinn der Weihnachten verstanden hat, feiert nicht den Frieden der ist, sondern den Frieden, der sein sollte, eben den Frieden, der höher ist als all unsere Vernunft, den Frieden Gottes.

Und deshlab spricht jeder Pastor, wenn er von der Kanzel geht: Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn. (Philliper 4, 7)

Ein friedvolles Weihnachtsfest wünscht

Pastor Zimmermann-Stock

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