Köhler und das Zeugnis Christi


Der Predigttext des vergangenen Sonntags Exaudi (Höre!) hat ein großes Thema, die Zeugenschaft.

Köhler auf dem ev. Kirchentag (c) Bundespräsidialamt

Köhler auf dem ev. Kirchentag (c) Bundespräsidialamt

Der Geist der Wahrheit gibt Zeugnis für uns ab in dieser Welt. Und dies haben wir Christen mit dem Heiligen Geist gemeinsam (Joh, 15, 26): Auch wir sollen Zeugen sein! Und auch ihr seid meine Zeugen!, sagt Jesus zu seinen Jüngern und meint damit auch uns, die wir in seiner Nachfolge stehen.

Kirchenmitglieder und auch Kirchenferne nehmen sich nichts dabei, wenn es darum geht Antworten zu geben, wovon Christen zeugen sollen. Friedensaktivisten, Umweltschützer und Globalisierungs- und Atomkraftgegner oder staatstragende Bürger, all das sollen Christen sein. Mag es auch richtig sein, im Predigttext lesen wir aber davon nichts. Wir sollen Zeugen Jesu Leben und seiner Worte sein, das können wir dort lesen.

Mit Märtyrern (griechisch für: Zeugen) verbinden wir Christen wie Dietrich Bonhoeffer, die für Ihren Glauben gestoren sind. Aber Zeugnis ablegen muss nicht mit persönlicher Not und Leid verbunden sein:

Ein Beispiel dafür hat sich am Samstag in der Bundesversammlung in Berlin ereignet. Vielleicht haben Sie die Bundespräsidentenwahl auch im Fernsehen oder Radio verfolgt.

Vier Kandidaten standen zur Wahl. Unter anderem zwei Kandidaten radikaler Parteien, je Zeugen vergangener, menschenverachtender Systeme.

Welch wohltuend anderes Zeugnis ist es da, wenn sich Horst Köhler angesichts der Sorgen und Ängste die zurzeit in unserem Lande herrschen, zu der Basis bekennt, die sein Leben trägt und das in einer Deutlichkeit, wie ich es noch von keinem Bundespräsidenten gehört habe.

Er sagte: „Gott halte seine Hand schützend über uns alle und unsere gemeinsame Welt. Gott segne unser Deutschland!“

Ein Zeugnis, das mir echt scheint und auch zeitgemäß ist, das wie auch unsere Verfassung, die Verantwortung „vor Gott und den Menschen“ ernst nimmt, ohne von sich aus zum Ärgernis werden zu wollen.

So öffentlich Zeugnis abzulegen und für seinen Glauben einzustehen ist auch als Bundespräsident nicht leicht, auch wenn er sicher nicht mit der Gefahr für Leib und Leben rechnen muss.

Religion wird häufig als Privatsache angesehen, öffentliches Reden darüber ist verpönt oder hat den Geschmack der Inszenierung aus wahltaktischen Erwägungen.

Dieses Zeugnis war anders!

Dieses Zeugnis beseitigt aber auch nicht Angst, Hass und Neid in dieser Welt. Es weist aber auf den hin, dessen Wort und Leben den Blick weitet von dem Leid in dieser Welt auf Gottes Reich und sein Heil für uns.

Dafür danke ich dem alten und neuen Bundespräsidenten Horst Köhler!

Pastor Rode Zimmermann-Stock

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